Reif für die (nächste) Insel

Talofa!

Nun sind wir also an unserem nächsten Ziel angekommen und schon über eine Woche auf Samoa, genauer genommen auf Upolu, der östlicheren Insel Samoas. Und damit eine weitere Stunde der mitteleuropäischen Zeit voraus.
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Am Sonntag Abend trafen wir im Faleolo Airport ein und wurden bei einer drückenden Hitze von 30 °C von einem netten kleinen Gesangstrio empfangen, dass die auf das Gepäck wartenden Gäste mit fröhlicher Bongo-Musik begleitete. Nach dem Sicherheits-Check kamen wir in eine Halle, in der wir von einer Horde samoanischer Taxifahrer überrumpelt wurden. Obwohl wir dankend ablehnten, heftete sich ein kleiner Teil an unsere Fersen und versuchte sich mit dem besseren Smalltalk gegenseitig auszustechen.

Nachdem wir aber den Shuttle unseres Motels nicht finden konnten, entschieden wir uns doch für ein schnelles Taxi und kamen auf einen der Taxifahrer zurück, der den anderen triumphierend zugrinste. Offensichtlich ist der Beruf des Taxifahrers hier sehr verbreitet. Und wir lösten auch die nächsten Tage große Wettkämpfe zwischen ihnen aus.

Für einen fairen Preis von 60 ST (Samoan Tala), umgerechnet etwa 20 Euro, wurden wir zwischen Leopardenfell und Duftbäumchen dann aber bequem direkt vor der Rezeption abgesetzt. Dort mussten wir feststellen, dass man immer damit rechnen muss, nur bar bezahlen zu können. Glücklicherweise konnten wir aber vereinbaren, am nächsten Tag zu bezahlen, und uns endlich ausstrecken.

Wir sind furchtbar dankbar, den Luxus eines Ventilators UND eines Kühlschranks im Zimmer zu genießen, da es sonst kaum aushaltbar ist! Bleibt mal ein oder zwei Tage der Regen aus, ist es so schwül, dass man sich kaum bewegen kann.

Am nächsten morgen freuten wir uns auf das im Preis inbegriffene Frühstück, dass dann aus einer Packung Toasts, dank der Wärme fast flüssiger Butter, Cornflakes, aufgewärmter Milch und wie wir bemerkten nur einem Messer für alle bestand. Gut, um schon beim Frühstück ins Gespräch zu kommen!

Danach machten wir einen Abstecher zur Bank und zum nahegelegenen Supermarkt. Wir stellten fest, dass Touristen hier wirklich noch eine Seltenheit sind und wurden auf dem Weg, vor allem von den Kindern, eingehend inspiziert. So als offensichtlicher Tourist hat man aber doch ganz schön zu kämpfen, sowohl mit den Taxifahrern als auch mit den Händlern, die einem alle „a very good price“ für Kokosnüsse und „lava lava“ ’s machen wollen. Das sind lange Tücher, die es in den verschiedensten Farben und Mustern an jeder Ecke zu kaufen gibt.

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Abends gingen wir noch mit neuer Bekanntschaft (dank des Messers) zum Inder um die Ecke, und zahlten (für einen Eindruck) zu viert 72 ST, was etwa so viel wie 25 Euro ist!

Dienstag besuchten wir das Visitorcentre in Apia und wurden direkt zu einer Führung eigeladen, in der uns ein paar Samoaner ihre Traditionen demonstrierten. Sie zeigten uns, wie man bzw. hier eher frau kocht, wie eine Kokosnuss zu öffnen ist (falls wir doch nochmal irgendwo stranden sollten), traditionelle Kunstdrucke und wie tätowiert wird. Die vielen Muster, die beim Mann üblicherweise Knie bis Hüfte bedecken und bei der Frau die Oberschenkel, drücken hier nämlich den Charakter des Tätowierten aus. Ein Glück, dass das nicht in Deutschland gilt. Die Farbe wird dabei per Hand unter die Haut gehämmert, was bei den Tattoos der Männer auch mal mehrere Tage in Anspruch nehmen kann. Es war sehr interessant und zum Abschluss gab es noch das zuvor zubereitete Essen, bestehend aus Brotfrucht, Taro und einer Art Spinat, der aus in Kokosmilch gekochter Taroblätter bestand. Sehr lecker!
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Außerdem probierten wir auf dem Markt natürlich das Kokosnusswasser, dass man durch einen Strohhalm direkt aus der Kokosnuss schlürft. Auch wenn ich das süße Wasser eher gewöhnungsbedürftig finde, hat man in Samoa die besten Optionen für superleckere Smoothies und Säfte mit bisher unbekannten Früchten. In der Saftbar (KRUSH) hätten wir uns am liebsten durch das ganze Sortiment der Gemüse- und Fruchtsaft-Mixe probiert. Und in einem Gartencafé hatte ich einen Saft aus Minze und Sasalapa und Frederik einen frischen Ananas-Frappé.
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Die nächsten zwei Nachmittage verbrachten wir an einem paradiesischen Strandabschnitt, mit kleinen Fales (offenen Holzhäusern), Schaukeln und glasklarem Meer, in dem man bunte Fische beobachten kann. So wie wir uns das vorgestellt haben. Ansonsten ist es in der Stadt doch sehr laut und voll und leider ziemlich dreckig, da es anscheinend selbst im Bus üblich ist, den Müll fallen zu lassen und einfach
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herauszutreten. Entfernt man sich aber ein bisschen aus Apia, ist es wunderschön. Ein Paradies für Reisekatalogfotografen. Unser schönes erstes Buserlebnis hatten wir dann am folgenden Tag, an dem wir in den Süden fuhren, um eine Nacht in einem Strandfale zu verbringen. Die Busse sind lustig bunt bemalte, offene alte Toyota-Busse, in denen der Busfahrer sein Handy an die Anlage anschließt und die Leute mit samoanischen Remixes von amerikanischer Popmusik aus den 90ern laut beschallt. Den ersten Stop machten wir direkt bei einem Lebensmittelladen, wo nochmal alle ausstiegen und die letzten Einkäufe für das Wochenende machten. Dann fuhr der Bus weiter und hielt etwa eine halbe Stunde später auf einem Schulhof, wo Schreibutensilien und Klopapier abgeliefert wurden. Ein Mann transportierte seinen Fernseher im Gang des Busses.
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Die nächste Nacht verbrachten wir an einem wunderschönen, ruhigen Strand in Lepa. Na ja, nicht ganz so ruhig, da wir alle 5 Minuten Besuch von einer süßen Katze bekamen, die vor unserem Moskitonetz saß und jaulte.
Am Morgen bekamen wir entschädigend, wie am Abend zuvor, eine Monsterportion auch zum Frühstück (ca. 10 Spiegeleier, 15 Toasts, 10 Pfannkuchen, einen großen Teller Bacon,..). Und wir waren die einzigen Gäste! Danach hatten wir vor, den Bus zurück nach Apia zu nehmen, der samstags wohl nur einmal um 6 Uhr morgens fährt. Also mussten wir wieder ein Taxi nehmen, für aber nur 30 Euro für 60km. Und haben gleichzeitig noch von dem älteren Fahrer viel Interessantes über das Land aus erster Hand erfahren dürfen.

Fürs Erste jetzt
tofa und alofa (Tschüs und Liebe)

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