Die Biester der Westküste (und das schöne Central Otago)

IMG_1619 In den letzten Wochen waren wir so viel unterwegs, dass ich erst jetzt dazu komme, den nächsten Eintrag zu schreiben – Irgendwann muss ich mir doch mal so eine Solar-Ladestation für den Laptop kaufen.
Nachdem wir aus Dunedin raus waren, ging es weiter Richtung Queenstown.IMG_1685 Die Temperaturen waren
nun deutlich abgesunken. Da aber die Sonne tagsüber strahlend schien, war es trotzdem möglich ein (kurzes) Bad in einem Stausee zu nehmen.
Die Landschaft veränderte sich schnell, was in Neuseeland nicht unüblich ist und so fanden wir uns nach kurzer Zeit in einer wunderschönen Landschaft aus Bergen und Seen wieder. Die Region um Queenstown bietet wirklich alles, was das Extremsportlerherz begehrt. Reißende FlüsseIMG_1653 zum Wildwasser-Rafting neben tiefen Schluchten mit Bungee-Station und spiegelglatten Seen, die wie gemacht für alle möglichen Arten an Wassersport aussahen.
Dies zeigte sich dann auch in der Dichte der Sportausrüstungsgeschäfte, von denen manchmal drei direkt nebeneinander standen. Da diese Aktivitäten jedoch allesamt sehr teuer sind,
begnügten wir uns damit, über den Markt von Queenstown zu spazieren und den Fallschirmspringern und Paraglidern bei einem kleinen Picknick im Park zuzusehen.
Also brachen wir bald weiter auf nach Wanaka, einer Queenstown nicht unähnlichen Stadt, die jedoch nicht so vom (Extremsport-)Tourismus überlaufen ist. Bevor wir dort ankamen, probierten wir uns aber noch durch die Weingüter der Central Otago Wine Region. Die sahen zwar sehr schick aus, jedoch gefallen uns die kleinen familiären Wineries aus der Marlborough Region deutlich besser.IMG_1717
Wanaka ist mindestens genau IMG_1758so schön wie Queenstown. Ein kleines Städtchen am Rand eines Sees  umgeben von Bergen. Da wir schon länger nicht mehr gewandert waren, suchten wir uns bei strahlendem Sonnenschein einen Track in der Nähe aus, der uns einmal um den Diamond Lake führte. Auf einer Platform über dem See hatten wir dann eine unglaubliche Aussicht über die Landschaft.
An unserem letzten Tag in Wanaka zog sich der Himmel zu und so sahen wir uns morgens noch “That Wanaka Tree” an. Das war besonders amüsant, da wir nicht die einzigen dort waren und die Männer unter den Touristen den Baum mit ihren Spiegelreflex-Kameras aus allen möglichen Perspektiven ablichteten, während ihre Freundinnen sich etwas gelangweilt daneben stellten und darauf warteten, dass Mann endlich fertig war. Der Baum stellt aber wirklich ein schönes Motiv dar! 🙂
Danach tranken wir noch einen Kaffee und kauften uns ein bisschen Schokolade im Patagonia-Cafè und fuhren weiter.
Nun ging es nach Westen. Wir hatten uns vorher nicht wirklich informiert über die Aktivitäten an der Westküste und so folgten wir dem erstbesten braunen Schild, mit denen hier die Touristen-Attraktionen ausgeschildert sindDSC_0057.
Das Wasser der “Blue Pools” war glasklar und sah fast wie blauer Wackelpudding aus. Hier waren auch einige Steine zu kleinen Türmchen aufgeschichtet, die ein beliebtes Foto-Motiv für die Touristen darstellten. Jedoch gab es schon hier Vorzeichen der größten Plage der Westküste. IMG_1802Die Sandfliegen kamen in Scharen und nutzten jeden freien Fleck Haut aus, um ihre Zähne im Fleisch zu vergraben. Diese Bisse kann man leider nicht wie Mückenstiche ignorieren, denn es durchfährt einen ein fieser Schmerz beim Biss und ein starker Juckreiz bleibt die Tage danach. Nach einem kurzen Stopp im Cafè einer Lachs-Farm (lecker!) kamen wir an unserem Campingplatz für die Nacht an.
Dieser aber war sogar noch stärker befallen von diesen Biestern und so verließen wir das Auto nur für kurze Sprints zur Toilette.
Wir fuhren am nächsten Morgen schnell weiter und kamen nachdem wir uns im örtlichen Touristeninformationscenter (kurz: i-Site) über die Region informiert hatten, auf den “Glacier Highway”, der am Fox- und Franz-Josef-Gletscher vorbeiführt. IMG_1844Da der Fox-Gletscher als erstes auf unserer Strecke lag, nahmen wir dort die erste Abfahrt und stellten unseren Wagen auf dem Gletscher-Parkplatz ab.
Nach einer kurzen Wanderung kamen wir zur Aussichtsplatform, die 450m vor dem Ende des Gletschers liegt. Der Gletscher war aber nicht sehr imposant, da er sich schon sehr weit zurückgebildet hat. Es zeugten nur noch Fotos von seiner ursprünglichen Größe.
Da es im Schatten des Gletschers und der Berge langsam kalt wurde, machten wir uns auf den Weg über die 40km lange Schotterstraße zum Campingplatz am “Gillespie Beach”, wo wir noch die letzten Sonnenstrahlen genießen wollten. Unsere Annahme, dass die Sandfliegen am letzten Campingplatz besonders schlimm gewesen waren, stelte sich als falsch heraus. Sobald wir die Autotüren öffneten, stürzten sich die Sandfliegen auf uns. DSC_0138Das wurde so schlimm, dass wir kurzerhand die Sachen packten und uns wieder auf den Weg zum nächsten Campingplatz machten, irgendwo weiter im Norden und weit weg von der Westküste. Nach einigen Kilometern kamen wir spät Abends dann endlich an einem Motel in einem kleinen Ort namens Hari Hari an. Dort konnten wir unser Auto für die Nacht abstellen und bei einem Bier (Speights natürlich – wir waren bei der Brauereiführung auf den Geschmack gekommen :)) dem örtlichen Dart-Verein beim Üben zusehen.
Nach einem Stopp in Greymouth (verschlafenes Örtchen, netter Campingplatz-Besitzer, guter Kaffee) fuhren wir über den Arthurs Pass wieder rüber zu der der Ost-Küste in die Nähe von Christchurch, wo Silja die nächsten Tage WWOOFen sollte.