Deutsche überall und eine anstrengende Wanderung

Unsere letzten eineinhalb Wochen wurden dominiert von unserer Wanderung über den Northern Circuit im Tongariro Nationalpark.

Wir brachen also von Napier aus auf ins Landesinnere. In den Bergen angekommen machten wir einen Zwischenstop in einem kleinen Café am Highway, wo es angeblich heiße Quellen gab. Die Bedienung im Café bestätigte uns dies und wies uns aber darauf hin, vorsichtig zu sein, da es wohl in letzter Zeit einige Erdrutsche gab. Nachdem wir uns durchs Unterholz geschlagen hatten und über die von den Erdrutschen zerstörten Wegstellen geklettert waren, kamen wir an den heißen Quellen an. Durchs Unterholz zu den heißen QuellenDie waren jetzt nicht wirklich spektakulär (es war halt heißes Wasser, das nach vergammelten Eiern roch, wegen des Schwefels), aber auf dem Weg dorthin trafen wir dann noch zwei andere Deutsche. Dieses Erlebnis beschreibt ganz gut, wie sehr Neuseeland von reisenden Deutschen durchzogen ist. Selbst im hintersten Hinterland trifft man auf uns. 🙂

Am nächsten Tag kamen wir am Lake Taupo an, der den Krater eines riesigen Vulkanausbruchs vor ca. 25.000 Jahren ausfüllt. Hier genossen wir ein wenig das sonnige Wetter und fuhren dann weiter in den Süden, Richtung Tongariro Nationalpark. Im dortigen Visitor-Centre angekommen, stellten wir unser Auto ab, setzten uns unsere mit Essen und Kleidung vollgepackten Rucksäcke auf und begannen unsere Wanderung.

Regen im Tongariro-NationalparkDas Wetter war inzwischen umgeschwungen. Es nieselte den ganzen Tag mal mehr und mal weniger und die Temperaturen waren um 10°C gefallen. Da wir natürlich keine regendichten Hosen besaßen, sogen sich unsere Hosen immer mehr mit Wasser voll und so waren wir ziemlich durchnässt, als wir nach 8,5km an der ersten Hütte ankamen. Die war schon gut gefüllt und da alle nasse Sachen hatten, die sie zum Trocknen über den Ofen hängten, herrschte drinnen ein recht tropisches Klima. Das wärmte einen zumindest ein wenig auf.

Erwähnenswert wäre hier noch das 16 Monate alte Baby eines sehr ambitionierten Wanderer-Paares, das diese auf die Wanderung mitgenommen hatten. Das hielt uns dann nach dem anstrengenden Tag einen Großteil der Nacht wach (es “schlief” direkt unter uns) und seine Eltern konnten am nächsten Tag nicht verstehen, warum die restlichen Wanderer ein wenig genervt waren.Die erste Hütte

Die nächste Etappe führte über den Gipfel des Mount Ngauruhoe, den die meisten als den Schicksalsberg aus dem Herrn der Ringe kennen werden. Der Regen war nun noch stärker geworden und mit jedem Höhenmeter wurde auch der Wind kälter und stärker. Dies war bei weitem der anstrengendste Teil der Wanderung und wir mussten sehr gebückt gehen, um nicht vom Wind weggeweht zu werden, was besonders in der Nähe des Gipfels ziemlich gefährlich war, da es auf beiden Seiten des Weges steil bergab ging. Nachdem wir jedoch auf der anderen Seite des Berges angekommen waren, erwarteten uns die Emerald Lakes und strahlender Sonnenschein und belohnten uns für die zurückliegenden Strapazen. In der nächsten Hütte angekommen, beeilten wir uns dann einen Schlafplatz zu finden, der möglichst weit vom Baby entfernt war und genossen die Sonne und den Blick auf den Schicksalsberg.Der Schicksalsberg

Der dritte und letzte Tag sollte unsere längste Wanderung sein. Die 12,5km vom Vortag steckten uns noch in den Beinen und nun lagen 21,8km vor uns. Da aber unsere Vorräte nun fast aufgebraucht waren, waren unsere Rucksäcke um einiges leichter als an den Vortagen, was unsere Rücken ein wenig entlastete. Eigentlich kann man die Wanderung auch in 4 Tagen machen, aber da die letzte Hütte ausgebucht war, mussten wir diese überspringen und weiter wandern. Wir kamen anfangs schnell voran und erreichten nach nur zwei Stunden die nächste Hütte. Dort füllten wir unser Wasser auf und brachen dann wieder auf zum Ziel. Der Himmel, der am Morgen noch sonnig und leicht bewölkt war, zog sich immer weiter zu und es begann zu regnen. Dieser Regen wurde dann immer stärker und so kamen wir pitschnass an unserem Auto an. Mit letzter Kraft fuhren wir dann zum Campingplatz und legten uns bald darauf erschöpft schlafen.

Auf dem Campingplatz erholten wir uns dann erstmal zwei Tage von der Wanderung. Wir wuschen unsere Sachen und nutzten den kostenlosen Whirlpool. Da der Ort (er bestand aus 6 sich kreuzenden Straßen) sonst im Ski-Gebiet liegt, jedoch gerade noch Spätsommer ist, war nicht sehr viel los. Also aßen wir im anliegenden Hotel-Restaurant und tranken Wein, da es weit und breit keinen Supermarkt gab.

Nachdem wir uns erholt hatten, ging es auf zur Kapiti-Coast, wo wir vor allem die Cafés durchprobierten und bei Sören, einem ehemaligen Arbeitskollegen und seiner Familie unterkamen. Strand an der Kapiti-CoastJetzt konnten wir endlich für ein paar Nächte komplett ausgestreckt schlafen. Von hier aus ging es die letzten drei Tage jeden Tag nach Wellington, wo wir im Nationalmuseum (Te papa) waren, sehr gutes Sushi gegessen haben und auch ein bisschen Klamotten kaufen waren. 🙂 Außerdem haben wir uns gestern Hail, Ceasar von den Coen Brothers im Embassy Theatre angeguckt. Es war nochmal ein Stück eleganter, als im Astor und das Essen (Halloumi-Burger und Oliven) und die (alkoholfreien) Cocktails waren auch sehr lecker. Die Cocktails waren beide alkoholfrei, weil ich ja fahren musste und man hier für wirklich jeden Alkohol, den man kauft, seinen Reisepass vorzeigen muss, den wir natürlich nicht dabei hatten…

Morgen geht es dann weiter über Wellington mit der Fähre auf die neuseeländische Südinsel.